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Die Mühlen zu Frankenstein (Gerhard Michel und Willi Walther)
Teil 1

1. Die Pulvermühle anno 1614
2. Die Lohmühle anno 1514

Einleitung

Die vorhandene Wasserkraft mehrerer Bäche rund um Frankenstein begünstigte schon im Hochmittelalter die Errichtung von Mühlen innerhalb der hiesigen Gemarkung. Der Bau einer solchen Anlage bedurfte der Zustimmung der adeligen und kirchlichen Grundbesitzer, die aus den Konzessionsvergaben durch Pächter und Erbbeständer, erheblichen wirtschaftlichen Nutzen zogen.Die leibeigenen Bauern der Territorialherren mussten, unter Androhung von drastischen Strafen, ihr Getreide in bestimmten Mühlen (Bannmühlen) zur Weiterverarbeitung abgeben. Der erste urkundliche Hinweis auf eine Mühle im Umkreis der heutigen Gemeinde Frankenstein / Diemerstein geht zurück auf das Jahr 1251 (9). Ein Lehensbrief, der den Grenzverlauf zwischen Stift Limburg und dem Territorium des Johannes von Frankenstein klar festlegte, erwähnte die Mühle von Diemerstein.

1. Die Pulvermühle anno 1614

Auf Grund fehlender Möglichkeiten zur Erweiterung landwirtschaftlicher Nutzflächen unterhalb von Burg Frankenstein, versuchten die drei Burgherren die Wasserkraft der beiden kleinen Bachläufe im Tal, gewinnbringend zu nutzen. Urkundliche Hinweise auf das vorhanden sein von, mit Wasserkraft getriebenen Mühlen, unterschiedlicher Art, an den Ufern von Erlen- und Hochspeyerbach, reichen zurück bis ins 16. Jh.

Um 1614 bewilligten die Gemeinsherren, auf der wallbronnschen Wiese, nahe der 1568 an der Mörlenbach erbauten Schleifmühle, die Errichtung einer Pulvermühle ( 1 ) Pulver der Stoff welchem im Krieg und bei den allgegenwärtigen Fehden eine zentrale militärische Bedeutung zukam, konnte von da an in Frankenstein produziert werden. Für die das Monopol besitzenden kleinen Territorialherren eine gute Einnahmequelle. Sie waren somit unabhängig von auswärtigen Lieferanten nebst den unsicheren Transportwegen, ein unschätzbarer Vorteil am Vorabend des 30- jährigen Krieges.

Die Herstellung von Schwarzpulver reicht weit zurück uns Mittelalter. Bereits 1356 wird in Nürnberg ein Rechnungsposten über Geschütze und Pulver erwähnt.
Anfänglich wurde die Herstellung des Schwarzpulvers noch von Hand, mühsam in Mörsern getätigt. Die nachweislich erste Pulvermühle in Nürnberg datiert in das Jahr 1507 ( 3 ). In ihr fanden die Zerkleinerungsprozesse bei der Pulverherstellung, unter Einsatz von Wasserrad getriebenen hölzernen Stampfern, statt.

Bild 1 (2)

Eine der ältesten Pulvermühlen im pfälzischen Raum stand in der Umgebung von Speyer und findet im Jahre 1601 Erwähnung ( 4 ).
Als Ausgangsmaterialien zur Herstellung des Schwarzpulvers galten Schwefel, Kalisalpeter und Kohle im ungefähren Mischungsverhältnis 10:75:15. Die Beschaffung der Rohstoffe gestaltete sich im Fall der Frankensteiner Pulvermühle etwas schwierig. Vor allem war man bei der Beschaffung von Salpeter auch auf auswärtige Lieferungen angewiesen. Der Rat der Stadt Kaiserslautern erlaubte z.B. 1570 den Bitz Closen im „Saupferch“ nach Salpeter zu graben und zu sieden unter der Bedingung, dass er der Stadt die Hälfte zu einem festen Preis überlassen.

Die Stadt selbst wolle Salpeter machen und brauchte ihn zum Anfertigen von Pulver (5). Ein weiterer Ratsbeschluss vom 13.10.1618 ist für Frankenstein von großer Bedeutung. Er beinhaltet folgendes: “Dem Pulvermacher von Frankenstein soll ein Zentner Salpeter abgegeben werden und er hierfür Pulver liefern“ (6). Der hier wiedergegebene Beschluss bestätigt eindeutig die Existenz einer Pulvermühle in Frankenstein. Es handelte sich dabei um die eingangs erwähnte Mühle von 1614, welche zwei Jahre später im Nov. 1616 von Dürkheimer Amtspersonen, im Rahmen von Grenzstreitigkeiten, schwer beschädigt wurde(1).
Die Wiederherstellung muss kurze Zeit später erfolgt sein, da im Jahr 1618 der Auftrag aus Kaiserslautern getätigt wurde. Bei dem Betreiber, der Pulvermühle handelte es sich vermutlich um Fritz WENZ. Ein Pulvermacher wurde ohne Namensnennung in einem sehr ausführlichen Frankensteiner Gefällverzeichnis aus dem Jahre 1615 erwähnt.

Unter dem Punkt – Jährlicher kleinere Zins – waren zwei Gulden zehn Albus vier Pfennig für den Wasserfall zu entrichten. Das Wasser des Baches galt als Eigentum der Grundherren. Wer es sich, zum Betrieb einer Mühle nutzbar machen wollte, musste dafür zahlen. Die Herkunft des Pulvermüllers lässt sich nicht nachvollziehen. Auffällig ist allerdings dass sein Name weder bei den Zahlungen der Leibsbeet noch im Rahmen der Schatzung , insgesamt zahltet 16 Haushaltsvorstände 6 Gulden 19 Albus , genannt wurde. Er unterlag scheinbar nicht der Leibeigenschaft der hiesigen Gemeinsherren und verfügte über keine weiteren abgabepflichtigen Güter, in deren Gemarkung. Eine Episode, am Rande lieferte den genauen Namen des Betreibers der Pulvermühle. Innerhalb der jährlichen Amtstage ergingen auch die Urteile der Rechtsstreitigkeiten des Dorfes. Unter der Rubrik – Greuel und Busse – ist folgender Tathergang beschrieben: „ Der Pulvermacher Fritz WENZ und Hans Volkxheimer haben einander gescholten und geschlagen.“ Der Pulvermacher wurde zur Zahlung einer Strafe von 13 Albus verurteilt,(7) das Geld floss in die Schatullen der Burgherren.

Bild 2

Fritz WENZ wird den Auftrag des Magistrates von Kaiserslautern gerne angenommen haben um die vereinbarte Menge Pulver zu liefern. Die Präsenz einer Pulvermühle unterhalb der Burg Frankenstein unterstreicht die militärische Bedeutung welche dieser Feste an der Verbindungsstrasse von Neustadt nach Kaiserslautern zu kam. Ein Indiz für die Richtigkeit dieser Annahme ist die Eroberung dieses Sperrriegels über dem Tal durch die Truppen von A.Spinola gleich zu Beginn seines Feldzuges gegen die Kurpfalz im Nov. 1620. (8)

In den Wirren des 30 jährigen Krieges ging die Pulvermühle unter. Es fehlen jegliche Hinweise auf deren Fortbestand nach 1648.
Quellennachweis

1.) LA: SP A2981/3-16 S. 5 und 6
2.) Weber, F.W., Die Geschichte der pfälzischen Mühlen besonderer Art S. 199
3.) www. Amuseum. De / physik / alwaze / (S. 7)
4.) Weber, F.W. (2) S.208
5.) Kopie eines Zeitungsartikels ohne nähere Angaben.
6.) Küchler , Julius, Chronik der Stadt Kaiserslautern 1566 – 1795 S.118
7.) LA – AP 981 / 3 – 4
8.) Michel, G., Invasion von der Kurpfalz und Frankenstein 1620 / 1621 Heimatk. Landk. KL 2008
9.) LA-SP A2 403 Nr. 833

2. Die Lohmühle von 1514

Die Gemeinsamkeiten zwischen Leder Tannin, einen grand cru Rotwein und einer mittelalterlichen LOHMÜHLE sind erst bei ausführlicher Betrachtung zu erkennen. Verbleiben wir zunächst einmal bei einem guten Glas Bordeauxrotwein, ausgebaut und über zwei Jahre gelagert in einem Barriquefass aus Eichenholz. Der charakteristische Geschmack dieses edlen Tropfens wird in der Weinliteratur mit spürbarem Gerbstoff (Tannin) – beschrieben.

Dieser Stoff ein Derivat (Tannin) der Gallussäure, eine stickstofffreie schwachsauere Substanz, (1) macht nicht nur den Rotwein haltbarer, sondern eignet sich ebenfalls zur Konservierung von Tierhäuten, die im Rahmen eines Lohgerbeprozesses zu Leder weiterverarbeitet werden. Dieser Prozess, welcher zunächst die Gewinnung einer Gerblohe aus der Rinde des Eichenbaumes voraussetzt, verlangt als Rohstoffquelle ausgedehnte Eichenwälder. Die Umgebung von Frankenstein, mit ihren wasserreichen Bachläufen (Hochspeyer-, Glastal- und Erlenbach), sowie die weit reichenden Laubwälder, in einer Beschreibung der Besitzstände von Leiningen in Frankenstein im 18. Jahrhundert, wird besonders auf die jungen Eichen-und Buchenbestände hingewiesen.Sie galten als die Voraussetzung zum Mühlenbetrieb. Junge ca. 20 Jahre alten Eichen wurden in einer Höhe von 1,20 Meter abgeschlagen und die Lohrinde mittels eines speziellen Werkzeuges, dem Lohlöffel, vom Stamm abgeschält. (2) Der Vorgang fand, bei aufsteigendem Saft im Baum, zur Frühjahrszeit, statt.

Bild 1.Eine Mühle mit einem oberschächtigen Wasserfall (Mühlrad)
Die luftgetrockneten Rindenstreifen kamen gebündelt zur Weiterverarbeitung in die Lohmühle. (4) Als Besitzer der Frankensteiner Lohmühle kann der Steben von Einselthum gelten, dem auch die Zinsen dafür zu entrichten waren. (3)Die für das Jahr1514 fälligen 18 Pfennigen resultierten aus Pachtgebühren für die Herberge und der Lohmühle.

Insgesamt entrichteten 1514 elf Haushaltsvorstände ihre Abgaben an die drei Gemeinsherren, den Grafen von Leiningen, dien Grafen von Nassau-Saarbrücken und den Ritter Steben (Stefan) von Inseltheim.

Wagner, Peter Güter
Klappher Peter Güter in Besitz des Stebens von Einselthum
Rattenkopf, Cleßgen d.Ä. Güter zusammen mit Steben
Hensel, Peter Gütern, besitzt Peter Mußler
Hun, Marx Güter von Steben
Banders, Herman Güter in Besitz des Stebens und Peter Mußler
Wagner, Hans Hauszins, 3 Käse für 1 Garten
Cleper Haus- und Gartenzins an Emrich VIII von Leiningen
Schneider, Peter Wiesenzins
Botzen 6 Hühner für die Frühmess, haben Botzen, der 18 Pfg, an die
Kirche zahlt und die Steben.
Darüber hinaus zahlt Jars der Hofmann von der Morschbach 3 Gulden.

Diese Zusammenstellung der Abgaben gibt tiefe Einblicke in die wirtschaftlichen Strukturen die in jener Zeit in dem Dorf anzutreffen waren.

Der Umstand, dass im Jahr 1514 bereits Flurgrundstücke in Verbindung mit einer Lohmühle Erwähnung finden, lässt Spekulationen über deren Erbauung im 15. Jahrhundert zu, was allerdings bis jetzt als nicht beweisbar erscheint.

Der Zerkleinerungsprozess der für die vegetabile Gerbung benötigten Eichenrinde, geschah zunächst von Hand. Das solchermaßen vorbereitete Mahlgut wurde anschließend in der Lohmühle gemahlen. Der Vorgang der unter Zuhilfenahme eines schweren, horizontal angelegten Mühlsteins, die Rinde in möglichst kleine Stücke teilte, war eine staubige Angelegenheit. In heutiger Zeit besteht bei Feinstäuben dieser Art die Gefahr von Krebserkrankungen. Interessant wäre in diesem Zusammenhang zu erfahren wer die Abnehmer der Lohe waren. Die Nähe der Gerbereien und geeignete Transportwege zum Verteilen des Mahlgutes voraussetzend, fällt der Blick zunächst auf Dürkheim. Aber auch Neustadt oder Lautern waren eine Alternative.

Die Aufgabe aus einer frischen Tierhaut Leder herzustellen oblag den Gerbern in jenen Städten. Sie veredelten das Rohprodukt Haut, um es damit für den menschlichen Gebrauch nutzbar zu machen. Dieser Prozess ist in der einschlägigen Literatur ausreichend beschrieben. Ob sich die Annahme einer Weiterverarbeitung der Lohe zu Dürkheim als richtig darstellt, stützt sich nur auf folgende Vermutungen. Als herrschaftlicher Besitzer der Frankensteiner Lohmühle (3) galt der Steben von Einselthum (Inseltheim). Dieser besaß in Dürkheim einen so genannten Adelshof welchen er 1436 an den Grafen von Leiningen für 250 Gulden verkaufte. Friedrich Steben von Inseltheim bekam den Hof von Emich VII. von Leiningen als Lehen zurück. Im Jahr 1543 kaufte Graf Emich VIII. den Hof erneut zurück. (6 u. 7).
Der Name der Inseltheimer Ritter wäre das Bindeglied zwischen der Lohmühle zu Frankenstein und den Gerbern zu Dürkheim. Die vorbei fließende Isenach bot reichlich Wasser das bei dem Lohgerbeprozess als notwendige Voraussetzung galt.

Die Tierhaut kam zusammen mit ca. 30 kg Lohe in eine mit Wasser gefüllte Grube. Nach einigen Tagen entsteht ein gerbsäurehaltiges Bad welches den bis zu zwei Jahren währenden Gerbprozess in Gang setzte (5).

Innerhalb dieser Zeit entfaltete das Tannin seine Wirkung, auf das sich bildende Leder.

Leider reichen die urkundlichen Erwähnungen der Gerber zu Dürkheim nur bis ins 18. Jahrhundert zurück. Noch heute erinnert das historische Gerberhaus in der Gerbergasse an dieses alte Handwerk.

Im Zusammenhang mit einer Schleifmühle im leiningischen Kleinkarlbach erwähnt F. W. Weber eine Lohmühle. Ein Beamter der Landesadministration erstattet 1588 seinen Vorgesetzten einen Bericht, darin stellt er einen Zusammenhang her zwischen einer Loh- und Schleifmühle. Technisch wäre es möglich gewesen beide über den gleichen,oder eine getrennten Gang, zu betreiben. (8)

Die Vergabe von Mühlen mit unterschiedlichen Aufgaben erbrachte dem Grafen dreißig Gulden statt bisher einen Ortsgulden. Auf die Frankensteiner Lohmühle übertragen resultiert aus der Tatsache, dass Rattenkopf d. Ä. neben den Zinsen der Lohmühlen Wiese, auch 6 Heller für seine „Schleiff(mühle)“ zu zahlen hatte, (3) der Schluss, dass es sich bei ihm um den Pächter der Gesamtanlage handeln könnte.

Inwieweit es sich bei der Erwähnung eines weiteren Ackers bei dem als Mühle genannten Objektes, für das ein Huhn an die Leininger zu zahlen war, um die beiden eingangs beschriebenen Rattenkopf-Mühlen handelt, ist nicht erkennbar.(3)

Aus dem Fehlen eines Attributes wie Loh-oder Schleifmühle, erklärt sich möglicherweise, dass es sich hier um eine ganz normale Dorfmühle handelte.
Rückschlüsse auf die führende Stellung der Familien Rattenkopf und Peter Mußler, innerhalb der Dorfgemeinschft Frankenstein, lassen sich aus dem Dokument des Grenzumganges von 1531 entnehmen. Als Zeugen beim Grenzumgang erscheinen u.a. Jörgen Rattenkopf d.J. und Peter Mußler, „Hofmann des Stebens von Inseltheim. Beide wurden sogleich unter „Glubben“ (Eid) genommen. (9)
Jergen Rattenkopf d.J. gilt 1530 als Pächter des leiningischen Hofgutes. In dessen Stallungen standen 25 Rinder, 7 Ziegen, 23 Schweine nebst etlichem Federvieh. (15) All zu lange konnte sich der Hofmann seines umfangreichen Besitzes nicht erfreuen. Er verstarb 1533/34 in jungen Jahren. Seine Witwe Barbara heiratete nach Ablauf der Trauerzeit 1534 Caspar Hepp aus Weidenthal (10), der den Gemeinsherren 1533 bereits 12 Heller für einen Wasserfall (Mühlrad) zu zahlen hatte. Mit dem Tod des Jergen Rattenkopf erlosch deren Namen in Frankenstein und findet in weiteren Dokumenten nur noch indirekt Erwähnung.

In welchem Zustand die Lohmühle 1551 war, ist nicht gänzlich nachvollziehbar, denn es hatte einen Besitzerwechsel gegeben. Peter Mußler zahlte 12 Heller von „Dem Platz wo die Lohmühle gewesen, so fürmals Rattenkopf zahlte. Für die Lohmühlwiese und das an der Lohmühle gelegene Feld hatte er 12 Albus nebst 1 Malter Käse zu entrichten. Des weiteren zinste er für den Wasserfall mit einem Kappen. Alle diese Hinweise bestärken die Annahme dass der wallbronnsche Hofmann im Besitz der Lohmühle samt deren Umfeld war. Für ein weiteres als Wasserfall (Dormühle) bezeichnetes Objekt, bei der Straße (Neustadt-Kaiserslautern) und an Clappers Garten gelegen war Zins zu zahlen. (12)

Das Schicksal der Lohmühle bleibt auch im Folgejahr 1553 im Ungewissen. Peter Mußler zahlt wie letztes Jahr den Zins der Liegenschaften zur Lohmühle gehörig. Wo aber lag die Mühle? Deren Standort lässt sich aus den Zinseinkünften des Junkers v. Wallbronn nachvollziehen. Nach dem Tod des letzten Ritters von Einseltum 1549 fiel dessen Besitzteil an der Herrschaft, dem Junker v. Wallbrunn zu. Er erhielt 16 Pf. Von einem frankensteiner Acker, an der Herberge zwischen der Lohmühle und dem Schlierthal. Diese Beschreibung lässt die Lohmühle am Dorfausgang Richtung Neustadt B37, unterhalb des Rabenfelsen vermuten.

Jetzt treffen wir auch wieder auf Caspar Hepp, welcher im Jahre 1534 die Witwe von Jörg Rattenkopf heiratete. Möglicherweise war ihm die Pacht für das leiningsche Hofgut zu hoch, denn er veränderte sich hin zur Eisenkeil, wo er für einen Wassergang 12 Pf. Zins zahlte. Darüber hinaus findet der Wasserfall (Dorfmühle?) an Klappers Garten Erwähnung. Für einen weiteren Wasserfall entrichtet P. Mußler 1 Kappen als Zins. Von einem Garten bei der Mühle (Dorfmühle?) haben die Leininger 1 Huhn. Alle diese Abgabe die in direktem Zusammenhang mit dem Wasser der Bäche unterhalb der Burg stehen, lassen die intensive Nutzung der Wasserläufe zu gewerblichen Zwecken erkennen. Wohin man in Frankenstein schaute, an Peter Mußler, er musste in der Zwischenzeit ein Alter von über 70 Jahren erreicht haben, kommt niemand vorbei. Er besitzt die meisten Güter im Dorf und genießt die Vertrauensstellung eines Zolleinnehmers. Die Herrschaft zahlte ihm 15 Albus Lohn aus den diesjährigen Zolleinnahmen. (13) Ab hier versiegen die Quellen in den Dokumenten für mehr als 5 Jahrzehnte. Die Kontinuität der Zeitläufe spiegelt sich wieder innerhalb eines Gefälleverzeichnis aus dem Jahr 1606. (14) Die Junker von Wallbrunn erhalten den Zins von einem Wassergang an der Eisenkeil, von der Herberge zwischen der Lohmühle und dem Schlierthal, von dem Berg gegenüber der Mühle und von einem Wasserfall am Garten der Familie Klapper, alles Hinweise auf mehrere Mühlen der unterschiedlichsten Art in Frankenstein vor dem 30.-jährigen Krieg.

Die Lohmühlen, nicht nur im Ort, sondern in der ganzen Umgebung gingen unter. Die Erinnerung lebt nur weiter in Flur und Restaurantnahmen. Die letzten Müller dieser Zunft nahmen ihr Wissen mit ins Grab.

Quellenangaben:

(1.) Diels, Otto, Organische Chemie S. 239
(2.) Dr. Dautermann, W. Chronik Bad Dürkheim S. 461
(3.) LA – Sp, A2 – 981/3 fol. 1, Jahrgang 1514
(4.) Weber, Friedrich Wilhelm, die Geschichte der pfälzischen Mühlen der besonderen Art S. 146
(5.) www.lederzentrum.de/Wikipedia
(6.) Dr. Dautermann, W. Chronik Bad Dürkheim s. 199
(7.) FLArchiv, Amorbach, Leiningsche Hoheitsrechte, Inseltheimer Lehensbrief 1476
(8.) C26 – Nr.A144, und Weber,S.297
(9.) Neumer, Franz FLA Kopialbuch D Blatt 90 ff.
(10.) LA - Sp. C26 – 190 u. Neumer F. Das leiningische Hofgut zur Frankenstein
(11.) LA – Sp. A2 – 981/3 fol. 3, Jahrgang 1533
(12.) LA – Sp. A2 – 981/3 fol. 3, Jahrgang 1551
(13.) LA – Sp. A2 – 981/3 fol. 3, Jahrgang 1552
(14.) LA – Sp. A2 – 981/3 fol. 3, Jahrgang 1606
(15.) Michel / Walther, Leben unter der Burg. Heimatkalender Kreis Kaiserslautern, Jahrgang 2006 S. 85


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